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Rauchwarnmelder

Heinrich Balzer  • 18.10.2019 01:56 Uhr

Rauchmelder retten - Leben

In Deutschland ereignen sich jährlich rund 200 000 Brände, davon der überwiegende Teil im privaten Wohnbereich. Von diesen Wohnungsbränden bricht jeder dritte in der Nacht aus. Dies trägt sicher mit zu der hohen Zahl von Brandtoten und Brandverletzten bei.

Besonders gefährlich ist der bei Wohnungsbränden entstehende Rauch, weil er sich um ein vielfaches schneller verbreitet als Feuer. Schon in wenigen Sekunden kann die gewohnte Umgebung so stark verrauchen, dass Lebensgefahr besteht.

Ein Defekt an einer elektrischen Leitung oder einem Gerät, eine Unachtsamkeit im Haushalt, eine brennende Zigarette im Bett oder mit Feuer spielende Kinder ? so entsteht schnell ein Brand, der häufig nicht sofort bemerkt wird.

Oft schwelen solche Brandherde über Stunden. Sind Möbel oder andere Gegenstände mit hohen Kunststoffanteilen betroffen, entwickelt sich beim Verbrennen besonders giftiger Rauch. Wer im Schlaf überrascht wird, kann durch die Rauchgase das Bewusstsein verlieren. Im schlimmsten Fall erstickt man, ohne auch nur einen Hustenreiz zu verspüren. Rauchmelder können in solchen Situationen Leben retten. Durch einen lauten Warnton werden Menschen selbst aus tiefem Schlaf geweckt. So verschaffen Rauchmelder die nötige Zeit, um zu fliehen und die Feuerwehr zu rufen oder möglicherweise den Brand selbst zu bekämpfen.

 

Wie funktionieren - Rauchmelder?

Die Geräte der meisten Hersteller arbeiten nach dem Streulichtprinzip. Bei Rauch in einer bestimmten Konzentration wird ein Lichtstrahl im Gerät auf eine Fotozelle gelenkt und löst den akustischen Alarm aus. Diese Lebensretter werden, ohne dass eine elektrische Leitung
benötigt wird lediglich mit zwei Dübeln befestigt. Der Betrieb erfolgt über eine 9 V Batterie, die etwa ein Jahr hält und dann ihr nahendes Ende durch Piepstöne anzeigt.

 

Wo sollten Rauchmelder installiert sein?

In Privathaushalten gehören Rauchmelder unter die Zimmerdecke und am besten in die Raummitte. Auch die Kinderzimmer sollten durch ein zusätzliches Gerät geschützt werden.
In Häusern mit mehreren Stockwerken sollten die Rauchmelder im Flur auf den Etagen montiert werden. Wichtig ist auch ein Rauchmelder im Keller. In Küche und Bad sollte auf eine Installation verzichtet werden, weil dort durch Koch- und Wasserdämpfe Fehlalarm ausgelöst werden könnte. Auch besonders staubige Räume eignen sich nicht für eine Installation. In größeren Häusern ist es sinnvoll, die Rauchmelder miteinander zu vernetzen, so daß ein Kellerbrand auch von den in der Wohnung installierten Geräten gemeldet wird.
Diese Zusammenschaltung kann über Kabel jedoch auch drahtlos erfolgen.

Seit Rauchmelder in USA, England und Skandinavien in Wohnungen eingebaut werden müssen, ist die Todesrate merklich gesunken.


Und jetzt auch in Hessen gültig
Gesetz zur Änderung der Hessischen Bauordnung (HBO)
Vom 20. Juni 2005 (GVBI. 1, S. 434)

Artikel 1
Die Hessische Bauordnung vom 18. Juni 2002 (GVBI. 1 S. 274) wird wie folgt geändert:

In § 13 wird als Abs. 5 angefügt:

"(5) In Wohnungen müssen Schlafräume und Kinderzimmer sowie Flure, über die Rettungswege von Aufenthaltsräumen führen, jeweils mindestens einen Rauchwarnmelder haben.
Die Rauchwarnmelder müssen so eingebaut oder angebracht und betrieben werden, dass Brandrauch frühzeitig erkannt und gemeldet wird.
Bestehende Wohnungen sind bis zum 31. Dezember 2014 entsprechend auszustatten."

Artikel 2
Dieses Gesetz tritt am Tag nach der Verkündung in Kraft.

Wiesbaden, den 20. Juni 2005